EU-Staaten nehmen Fischereiabkommen mit Marokko an

Die EU-Staaten haben grünes Licht für ein neues Fischereiabkommen mit Marokko gegeben. Vertreter der EU-Staaten sprachen sich bei einem Treffen in Brüssel dafür aus. Das Abkommen soll eine Laufzeit von vier Jahren haben. Der EU sollen dabei Fangmöglichkeiten zugeteilt werden, im Gegenzug sind Zahlungen von 208 Millionen Euro vorgesehen. Bevor die Abmachung in Kraft treten kann, muss das Königreich Marokko sein Ratifizierungsverfahren noch abschließen.

Im vergangenen Jahr war eine Übereinkunft mit dem nordafrikanischen Mittelmeer-Staat zum Fischfang ausgelaufen. Das neue Regelwerk macht europäischen Fischern Vorgaben über die maximalen Fangmengen und soll die Zusammenarbeit zwischen EU und Marokko erleichtern.

Das Europaparlament hatte im Februar gegen den Widerstand von Abgeordneten der Grünen, Linken und Sozialdemokraten für die Neuauflage des Abkommens gestimmt. Sie kritisierten, dass das Abkommen auch für die Gewässer gelten solle, die an die Westsahara grenzen. Marokko erhebt Anspruch auf die Westsahara und kontrolliert sie größtenteils, was aber international nicht anerkannt wird.

Karte und Länderinformationen über die von Marokko besetzte Westsahara

Der Europäische Gerichtshof hatte im Februar 2018 geurteilt, dass Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko die Gewässer vor der Westsahara nicht einschließen dürften. Vom Europaparlament und den EU-Staaten hieß es nun, das Urteil sei berücksichtigt worden.