EU plant «Nachhaltigkeitswende» bis 2030

Europa soll bis 2030 seine Wirtschaftsweise neu ausrichten, um die Umwelt und den sozialen Zusammenhalt zu bewahren. So soll etwa Müll radikal reduziert sowie Nahrung und Energie umweltverträglich produziert werden. Vorschläge für diese «Nachhaltigkeitswende» machte die EU-Kommission am Mittwoch (30. Januar).

Es gehe darum, den Wohlstand auch für künftige Generationen zu sichern, sagte Vizepräsident Frans Timmermans in Brüssel. «Wenn wir jetzt nicht die nötigen Schritte zur Nachhaltigkeit unternehmen, wird unsere Lebensqualität schnell schlechter werden.» Und: «Europa kann den Weg weisen, um diese Welt besser zu machen.»

Im neuen Reflexionspapier macht die Kommission konkrete Vorschläge zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele, die die Vereinten Nationen 2015 beschlossen hatten. Sie reichen von der Beendigung von Armut und Hunger, sauberem Wasser für jeden, preiswerte und saubere Energie, gute Jobs, Gleichstellung von Mann und Frau bis hin zum Klimaschutz.

«Gerechtigkeit muss ein zentrales Element sein»

Nötig ist dafür aus Sicht der Kommission unter anderem, jeden Abfall wiederzuverwenden. Nahrung soll so produziert und genutzt werden, dass die wachsende Menschheit genug Essen hat. Die EU soll ihr Energie- und Transportwesen und das Heizen von Gebäuden konsequent nachhaltig ausrichten. Alles soll so organisiert werden, dass es Menschen mit kleinem Einkommen nicht überfordert.

Timmermans erinnerte an den Protest der Gelbwesten in Frankreich. «Gerechtigkeit muss ein zentrales Element sein», sagte er. Die Last der Veränderung dürfe nicht nur den Bürgern auferlegt werden, die gesamte Gesellschaft müsse sie gemeinsam tragen, also auch die Unternehmen. Bildung, Wissenschaft, Technologie, Forschung, Digitalisierung, Steuern, Preisgestaltung und andere Politikfelder sollten gezielt darauf ausgerichtet werden.